Ausgearbeitete Beweise
Jede Seite beweist ein Argument mit einem semantischen Tableau: Die Prämissen werden als wahr, die Konklusion als falsch angenommen und so lange zerlegt, bis jeder Ast sich widerspricht oder eine Belegung übrig bleibt. Wie semantische Tableaus funktionieren →
Gültige Argumente
- Modus ponens
p→q, p ⊨ qGilt p → q und ist p wahr, folgt q. Der Modus ponens ist die Regel, auf die sich fast jeder Beweis stützt, und das Tableau unten schließt jeden Ast. - Modus tollens
p→q, ¬q ⊨ ¬pGilt p → q und ist q falsch, muss auch p falsch sein: Was p wahr machte, machte auch q wahr. Die Verneinung des Konsequens verneint das Antezedens. - Hypothetischer Syllogismus
p→q, q→r ⊨ p→rZwei Konditionale mit gemeinsamer Zwischenformel verketten sich: Aus p → q und q → r folgt p → r. So bauen kurze Schritte ein langes Argument. - Disjunktiver Syllogismus
p∨q, ¬p ⊨ qEine Disjunktion braucht mindestens eine wahre Seite, also lässt p ∨ q mit ¬p das q übrig. Fällt ein Glied weg, bleibt das andere stehen. - Konstruktives Dilemma
p∨q, p→r, q→r ⊨ rOb p oder q gilt, r folgt in beiden Fällen — also folgt r überhaupt. Eine Disjunktion und je ein Konditional geben die gemeinsame Konklusion. - Kontraposition
p→q ⊨ ¬q→¬pp → q und ¬q → ¬p sagen dasselbe: Nichts kann das Antezedens wahr machen, während das Konsequens scheitert. Ein Konditional gilt wie seine Kontraposition. - De Morgansches Gesetz
¬(p∧q) ⊨ ¬p∨¬q¬(p ∧ q) sagt nicht, welches Glied scheitert, nur dass nicht beide gelten können — genau das ist ¬p ∨ ¬q. Die Verneinung einer Konjunktion verteilt sich. - Materiale Implikation
p→q ⊨ ¬p∨qp → q gilt genau in den Zeilen, in denen ¬p ∨ q gilt: Entweder scheitert das Antezedens, oder das Konsequens hält. Ein Konditional ist eine verkleidete Disjunktion. - Doppelte Negation
¬¬p ⊨ p¬¬p und p sind in denselben Zeilen wahr, eine doppelte Verneinung darf also überall entfallen. Zwei Negationen heben sich auf. - Bikonditional-Beseitigung
p↔q, p ⊨ qBeide Seiten von p ↔ q tragen immer denselben Wahrheitswert, also gibt p das q — und q gäbe das p. Ein Bikonditional gilt in beide Richtungen. - Satz vom ausgeschlossenen Dritten
⊨ p∨¬pp ∨ ¬p ist in jeder Zeile wahr und braucht gar keine Prämisse: Jede Aussage ist wahr oder falsch, ein Drittes gibt es nicht. - Ex falso quodlibet
p, ¬p ⊨ qAus p und ¬p folgt alles: Keine Belegung macht beide Prämissen wahr, also kann keine sie wahr und die Konklusion falsch machen.
Ungültige Argumente
- Bejahung des Konsequens
p→q, q ⊨ pEin Fehlschluss: p → q mit q lässt p offen, denn q kann aus Gründen gelten, die mit p nichts zu tun haben. Der offene Ast unten liefert das Gegenmodell. - Verneinung des Antezedens
p→q, ¬p ⊨ ¬qEin Fehlschluss: p → q sagt nichts darüber, was bei falschem p geschieht, also lässt ¬p das q offen. Der offene Ast unten zeigt q wahr bei falschem p. - Bejahung eines Disjunkts
p∨q, p ⊨ ¬qEin Fehlschluss: p ∨ q ist einschließend, beide Seiten können zugleich gelten. Aus p folgt nichts über q, wie der offene Ast unten zeigt.